Zur Geschichte

In den 1960-er Jahren hatte sich die Theologie Rudolf Bultmanns in der Auslegung des Neuen Testaments durchgesetzt und große Anerkennung in der evangelischen Kirche gefunden: Die Texte sollten ihrer mythologischen Schale entkleidet und in ihren Kernaussagen existenzial interpretiert werden. Auf Verunsicherung bis Ablehnung stieß diese Theologie bei Pfarrern und Gemeindegliedern – nicht nur im konservativen Raum –, die die Texte in ihrer vorfindlichen Gestalt als Offenbarung Gottes ernst nahmen. Anders als die Vertreter des Entmythologisierungsprogramms sahen sie in der Bibel Zeugnisse des Redens und Handelns Gottes in der Geschichte. Das Neue Testament wurde vom Alten her gelesen. Das hebräische Denken wurde zum Schlüssel des Alten und Neuen Testamentes.

Einige führende Köpfe der damaligen Pfarrer-Gebetsbruderschaft (seit 2001: Pfarrerinnen- und Pfarrer-Gebetsbund, nach wie vor abgekürzt: PGB) schalteten sich in die Auseinandersetzung mit der Existentialtheologie ein. Geprägt waren sie etwa durch Martin Kähler, Adolf Schlatter und Julius Schniewind. Manche ihrer Vorträge flossen in das interne Publikationsorgan „Brüderliche Handreichung“ ein, das bald mehr und mehr theologische Aufsätze enthielt. Einzelne Sonderdrucke mit einer Auflage von bis zu 10 000 Stück waren weit über die Bruderschaft und die Pfarrerschaft hinaus nachgefragt.

Der Tübinger Neutestamentler Martin Hengel, Mitglied des PGB, plädierte 1962 erstmals nachdrücklich dafür, die „Brüderliche Handreichung“ zu einer wissenschaftlichen Zeitschrift auszubauen. Ein Theologischer Arbeitskreis des PGB nahm seine Arbeit auf und spann den Faden weiter. Hier fanden sich Personen zusammen, die seit 1961 die Ferienseminare des PGB als Dozenten gestaltet bzw. als Teilnehmer besucht hatten.

Ende der 1960-er Jahre waren Gespräche mit dem Neutestamentler Klaus Haacker und dem Rolf-Brockhaus-Verlag in Wuppertal in Gang gekommen, die in eine ähnliche Richtung zielten. Beide Gesprächsfäden fanden zusammen. Man einigte sich auf den von Klaus Haacker ins Spiel gebrachten Namen „theologische beiträge“.