Sabrina Müller, Patrick Todjeras: Neue kirchliche Gemeinschaftsformen entwickeln. Eine Handreichung

Sabrina Müller, Patrick Todjeras: Neue kirchliche Gemeinschaftsformen entwickeln. Eine Handreichung, Zürich: TVZ 2024, 88 S., 22 €, ISBN 3290186067.

 

Das vorliegende Büchlein von Sabrina Müller und Patrick Todjeras entspringt dem Wunsch, „neue kirchliche Gemeinschaftsformen“ – wie die Vf. die vorgestellten Projekte innerhalb der reformierten Kirche Zürichs nennen – zu evaluieren. Dazu werden die beiden Initiativen „Stadtkloster“ und „Zytlos“ ausgewertet. Bei der Evaluation geht es um die Untersuchung der ekklesialen Merkmale dieser neuen Gemeinschaftsformen.

Das „Stadtkloster“ ist eine Lebensgemein­schaft mit verschiedenen „abgestuften“ Gemeinschaftsformen. Man kann im Haus der Gemeinschaft wohnen oder zu einem erweiterten Kreis von Mitgliedern gehören.

„Zytlos“ ist ein Café mit eher offener Gemeinschaftsform im Umfeld einer reformierten Züricher Kirchengemeinde. Hier finden Mitarbeitende der Kirche Anknüpfungspunkte mit Menschen, die nicht unbedingt kirchlich gebunden sind.

Zunächst entwickeln die Vf. Kriterien, um die ekklesiale Struktur dieser Gemeinschaf­ten zu bewerten. Der Kriterienkatalog fin­det Ein­gang in eine Form von Interviews, die mit Mitgliedern der Gemeinschaften geführt werden. Hierbei handelt es sich um eine geringe Zahl von Befragten, so dass nicht ganz klar wird, wie repräsentativ die Ergebnisse sind. Dennoch geben die Interviews wichtige Anhaltspunkte, weil sie persönlich geführt sind und die Befragten auch Nuancen ihrer Einschätzung äußern können.

Schließlich werden die Ergebnisse analysiert und am Ende auch verglichen, so dass eine Einordnung der ekklesialen Dimension der Gemeinschaftsformen anhand der Kriterien, die vorgelegt wurden, stattfinden kann. 

Das Büchlein ist deshalb hilfreich, weil es ein Muster liefert, um neue kirchliche Projekte, Erprobungsräume oder Initiativen zu evaluieren und unter der Fragestellung zu betrachten, inwiefern sie Kirche sein wollen oder Kirche sein können. Dies wird wichtig sein, je länger sich solche kirchlichen „startups“ etablieren und ihren Platz unter den christlichen Kirchen und Gemeinschaften finden müssen. Man darf gespannt sein, wie sich der von Müller und Todjeras dargelegte Kriterienkatalog weiter entwickelt und auf weitere kirchliche Gemeinschaftsformen, denen eine Evaluation wichtig ist, angewandt wird.

Dekan Michael Karwounopoulos, Bad Urach

GND 1053317581

 

erschienen in: ThBeitr 56, Heft 25–4